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📅 11.10.2026 · Sebastian J.

OGV Reitscheid will Lourdesgrotte auch künftig erhalten

Reitscheid. Der Verein für Obst-, Garten-, Heimat und Naturfreunde Reitscheid (OGV Reitscheid) will seine Patenschaft für die Lourdesgrotte fortführen und sich erneut für den Erhalt der Anlage einsetzen. Da inzwischen wieder Arbeiten notwendig sind, hat der Verein einen entsprechenden Antrag mit Kostenvoranschlag vorgelegt. Der Ortsrat unterstützt das Vorhaben; der Antrag liegt inzwischen der Gemeindeverwaltung Freisen vor. 

Damit setzt der OGV ein Engagement fort, das in Reitscheid bereits eine längere Geschichte hat. Schon bei früheren Erhaltungsmaßnahmen setzte sich der Verein unter seinem damaligen Vorsitzenden Hermann Josef Schneider nachdrücklich für die Grotte ein. Es wurden Spenden gesammelt und schließlich umfangreichere Arbeiten möglich. Auch die Reitscheider Ortsvereine beteiligten sich. Anton Wickenbrock gestaltete nach dem Wiederaufbau die Begrünung; Rainer Werth und Josef Alles waren u.a. Initiatoren bei der Restaurierung der Figuren. Neben Spenden war dazu auch ein größerer Beitrag aus der Vereinskasse notwendig. Bei einem Besuch von Annegret Kramp-Karrenbauer im Jahr 2015 in der Gemeinde wurde ihr von der Situation der Grotte berichtet; einige Wochen später standen der Gemeinde 20.000 Euro zur Verfügung. 

Die Reitscheider Lourdesgrotte steht zugleich in einer größeren regionalen Tradition. Im Landkreis St. Wendel gibt es eine Reihe solcher Marien- und Lourdesgrotten. Viele entstanden aus privater oder örtlicher Initiative und wurden über Jahrzehnte von Bürgern/-innen und Vereinen gepflegt. Sie erinnern an eine Form der Frömmigkeit, die sich nicht allein in den Pfarrkirchen, sondern auch an kleinen Gebetsorten mitten in den Dörfern und in der Landschaft ausdrückte.

Bis heute lebt die Reitscheider Grotte vor allem vom ehrenamtlichen Einsatz. Die auf einem Grundstück der Gemeinde Freisen gelegene Anlage stammt aus dem Jahr 1933. Sie wird seit 2010 von Renate und Michael Simon gepflegt. Die Familie Konrad Wohlgemuth stellt den benötigten Strom kostenlos zur Verfügung; außerdem gibt es jährlich eine Spende des OGV für den Blumenschmuck. Freiwillige Spenden seien aufgrund der demografischen Entwicklung inzwischen jedoch deutlich seltener geworden.

Pfarrer Dr. Hanno Schmitt begrüßt deshalb das erneute Engagement des Vereins: „Solche kleinen Heiligtümer sind sichtbare Zeugnisse einer tiefen Frömmigkeit, die unsere Dörfer geprägt hat. Mir liegt viel daran, dass sie erhalten bleiben. Menschen haben dort über Jahrzehnte ihre Sorgen und ihren Dank im Gebet vor Gott getragen. Solche Orte gehören zu unserer Glaubens- und Ortsgeschichte und können auch heute noch Menschen einen Raum für Stille und Gebet geben.“

Dass der neue Vorstand des OGV bereit ist, die Patenschaft weiterzuführen, ist daher ein wichtiges Zeichen für den Fortbestand der Lourdesgrotte. So soll dieser kleine Gebetsort auch künftig als Teil der Reitscheider Orts- und Glaubensgeschichte bewahrt werden.

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